Eröffnungsvortrag: Wie kommen wir zusammen? Transgenerationelle Aushandlung im internationalen Kinder- und Jugendtheater

Prof. Dr. Maike Gunsilius, Universität Hildesheim

Diskussion

Diese Diskussion bezieht sich auf den «Eröffnungsvortrag: Wie kommen wir zusammen? Transgenerationelle Aushandlung im internationalen Kinder- und Jugendtheater» von Prof. Dr. Maike Gunsilius sowie den Beitrag «Worauf können wir uns freuen? Einblicke in die aktuelle künstlerische Praxis» von Frau Petra Fischer.

© Sepp de Vries
© Sepp de Vries
© Sepp de Vries
© Sepp de Vries

Das grosse Fragen (7+)

«Welche Farbe hat das Nichts? Warum gibt es Lebewesen, die kein Fell haben, aber Kleider tragen müssen? Warum bin ich ich und nicht jemand anders? Fragen über Fragen, eine grösser als die andere.»

Es dauert eine Weile bis Domi, Fiona, Mikki und Theresa begreifen, dass der wundersame Ort, an dem sie gelandet sind, ein Gehirn ist. Ständig tauchen darin Fragen von Kindern auf, die sie beantworten müssen: Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts? Was macht man mit Fragen, auf die es keine oder unendlich viele Antworten gibt?

Das grosse Fragen ist ein aufregend poetisch-philosophisches Stück, eine multimediale Performance mit analogen Geräten. Da wird eine Kette zur Schlange, zu Spaghetti, zum tintenfischartigen Wesen. Da wehen Folien und Stoffe im Wind und lümmeln sich Gummibärchen auf Projektoren. Und es gibt sogar einen Flug in die Unendlichkeit.

Goldtiger macht Theater, das Kleine und Grosse auffordert, neue Wege der Wahrnehmung zu beschreiten. Die Ausdrucksformen reichen von Puppenspiel, Projektionen und Performance bis zu Poesie und Popmusik. Das grosse Fragen gewann den zweiten Platz am PREMIO-Wettbewerb, einem Nachwuchspreis für Theater und Tanz.

© Jonas Knecht

Die Mitte der Welt (15+)

«Eine berührende Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Anderssein und von der ersten Liebe. Ein genialer Jugendroman auf der Bühne.»

Für den siebzehnjährigen Phil ist das Leben kompliziert. Mit seiner leicht chaotischen Mutter Glass  und seiner Zwillingsschwester Dianne lebt er in «Visible», einer Villa ausserhalb der Stadt. Glass erzieht die beiden äusserst liberal und vor allem dazu, sich im Notfall auch zu wehren. Die Bewohner:innen der Stadt begegnen der Familie feindselig und misstrauisch. Als Phil sich zum schönen neuen Mitschüler Nicholas hingezogen fühlt, macht das die Sache auch nicht leichter.

Andreas Steinhöfels ungewöhnlicher Coming-of-age-Roman «Die Mitte der Welt» ist eine berührende Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Anderssein und von der ersten Liebe. Sein Protagonist Phil wird von den Gefühlen überrumpelt und ist in vielfacher Hinsicht auf der Suche: nach seinem Vater, dem Geheimnis seiner Familie, der Liebe und vor allem nach sich selbst.

Martin Pfaffs Inszenierung entsteht für das Festival «jungspund». Pfaff studierte Theaterwissenschaft, Soziologie und Germanistik und ist seit 2005 freischaffender Regisseur u.a. in Chemnitz, Regensburg, Kassel, Kiel und St.Gallen, wo er «Durcheinandertal» nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt, die Komödie «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn und zuletzt «Die Orestie» nach Aischylos inszenierte.