
SAMMELBAND ZU UNSEREM SYMPOSIUM: Theater für junges Publikum in einem vielsprachigen Land
Zum ersten Mal fand 2022 im Rahmen unseres Theaterfestivals «jungspund» ein Symposium zum Thema «Kinder- und Jugendtheater in der Schweiz» statt. Band 6 der Buchreihe «itw: im dialog» dokumentiert die Ergebnisse des Symposiums, das wir mit der Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK) und in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern in St.Gallen durchgeführt haben. Das Buch «Kinder- und Jugendtheater in der Schweiz. Eine Bestandsaufnahme» wird von Andreas Härter und Beate Hochholdinger-Reiterer herausgegeben. Es versammelt wissenschaftliche Aufsätze sowie die Transkription von Künstler:innengesprächen, Ideenwerkstätten und einem Rundgespräch zum Theater für junges Publikum in der Schweiz.
Während die Tagung weitgehend auf die Deutschschweiz fokussiert war, finden sich im Band auch Beiträge und Interviews zum Theater für Kinder und Jugendliche in der Romandie, der italienisch- und der rätoromanischsprachigen Schweiz.
Die mehrsprachige Publikation reflektiert aktuelle Entwicklungen und Ästhetiken des Theaters für junges Publikum, gibt Auskunft über die spezifischen Bedingungen und Möglichkeiten in den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz.
Die Print-Version ist im Februar 2023 im Alexander Verlag (Berlin) erschienen:
Frei zugängliche Onlineversion
Das «Schaufenster» bot zehn Schweizer Gruppen und Einzelkünstler:innen die Gelegenheit, mit einem Kurzauftritt von zehn Minuten ihre neusten Produktionen zu präsentieren. In welcher Form sie dies taten, bestimmten die Teilnehmenden selber. Im Anschluss an die Präsentationen lud Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung zum gemeinsamen Mittagessen und informellen Austausch mit den anwesenden Veranstalter:innen und Theaterschaffenden ein.
Theater Sgaramusch I 5+
Regie Markus Keller Spiel Nora Vonder Mühll, Stefan Colombo Dramaturgie Priska Praxmarer Ausstattung, Kostüme Jasmin Wiesli Choreografische Mitarbeit Ursula Lips Produktionsleitung Cornelia Wolf
Annina Mosimann I 6+
Idee, Konzept, Ausstattung, Spiel Annina Mosimann Beratung Produktion, Dramaturgie Marius Kob Aussenblick Lara Epp, Ariel Doron Beratung, künstlerische Mitarbeit Bau Lukas Schneider Beratung Musik Erik Tarantola Dramaturgie Petra Fischer Produktionsleitung Beat Ryser
Bronić/Röhrich I 8+
Regie Patricija Bronić Text Hanna Röhrich Spiel Nadja Rui Outside Eye Annalena Küspert Bühne Nora Müller Musik Tobias Schmitt Produktionsleitung Irene Andreetto, Patricija Bronić, Hanna Röhrich
Kuckuck Produktion I 8+
Spiel Mira Frehner, Andreas Peter, Robert Achille Gwem Regie Roger Nydegger Idee & Text Brigitta Paulina Javurek Regieassistenz Nellie Hächler Dramaturgie Brigitta Paulina Javurek, Roger Nydegger Bühne & Kostüme Doris Berger Musik Andreas Peter Rassismuskritische Beratung & Begleitung Rahel El-Maawi Produktionsleitung Lukas Piccolin Grafik Daniel Müller, Giorgio Chiappa Animation/Visualisierung Raphael Lapouille
pulp.ooo I 9+
Spiel Bharathi Mayandi Franaszek, Stephanie Müller, Matthias Nüesch Künstlerische Leitung Matthias Nüesch Bühne, Objekte Stephanie Müller, Dominik Baumann Musik Joel Schoch Text Zarah Mayer Technik Dominik Baumann Endregie Marius Kob Produktionsleitung Anthony Ackermann Mentorin Cristina Galbiati
Theater Spielfeld/theater fabula!
Spiel Lisa Gartmann, Eliane Blumer Auge von Aussen Nathalie Hubler
theater salto&morale I 10+
Regie Damiàn Dlaboha Text, Dramaturgie Béla Rothenbühler Schauspiel Magdalena Neuhaus, Patrick Slanzi Live Musik Nick Furrer aka Haubi Songs Bühne Andreas Bächli Kostüme Benjamin Burgunder Produktionsleitung Alena Beck Theaterpädagogik Nicole Lechmann
Cie Nicole Seiler I 10+
Konzept & Choreografie Nicole Seiler Performance & Choreografie Lucia Gugerli, Christophe Rath (DE) / Anne Delahaye, Christophe Jaquet (FR) Künstlerische Zusammenarbeit Muriel Imbach Produktionsleitung Ana Lagarrigue Administration Léonore Friedli
Merge Dance Collective I 12+
Choreografie & Tanz Linda Heller & Audrey Wagner Technik Jon Carl Brunke oder Raphael Vuilleumier Sprecherin Annabelle Sersch Kostüme Jamina Dervishaj Outside Eye Sonia Rocha
netzwerk wildi blaatere I 14+
Spiel Linda Hügel Text Fiona Schreier Regie Johanna Benrath Bühne/Technik/Vermittlung Lea Niedermann Kostümbild Swantje Silber Dramaturgie/Vermittlung Elo Göldi Produktionsleitung Esther Friederich
ASSITEJ Schweiz/Suisse/Svizzera/Svizra lädt das Publikum zu Begegnungen mit gastierenden Ensembles ein. In einem moderierten Gespräch mit Mitwirkenden auf und hinter der Bühne erhalten Sie Einblicke in Entstehung, Hintergründe und Besonderheiten der jeweiligen Inszenierungen und die Möglichkeit mit den Theatermachenden in Austausch zu kommen.
Moderation
Petra Fischer, Dramaturgin, Vorstandsmitglied ASSITEJ und Gäste aus den Inszenierungsteams
DAS HAUS MEINES GEISTES
Old Masters Genf
Mit Nicholas Stücklin, Musik
LÖWENHERZEN
FigurenTheater St.Gallen
Mit Frauke Jacobi, Regie
SUPERGUTE TAGE
Konzert und Theater St.Gallen
Mit Martin Bieri, Dramaturgie
LENCHENS GEHEIMNIS
Irene Müller & Ruth Huber Bern
WUT
Diana Rojas-Feile Zürich
Mit Elisa Elwert, Dramaturgie
WAS MACHT DS WÄTTER?
Engel & Magorrian Bern
Mit Emily Magorrian, Co-Regie / Linda Rothenbühler, Ausstattung / Luzius Engel, Co-Regie
CIAO, CIAO
Martin Zimmermann Zürich
Mit Martin Zimmermann, Choreographie, Konzept, Inszenierung
SOUHUNG
vanderbolten.production Zürich
Mit Maria Rebecca Sautter, Co-Regie
SEI KEIN MANN
Kollektiv F Bern
GREULICHE GRISELDA
Vorstadttheater Basel
Mit Ronja Rinderknecht, Dramaturgie
In diesem Vortrag wurde der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Theater und in theatralen Performances beleuchtet, wobei der Schwerpunkt auf der Integration von KI und LLMs in Theaterinszenierungen lag. Anhand spezifischer Beispiele aus aktuellen Theaterproduktionen wurde gezeigt, wie KI für die Skripterstellung, die Szenengestaltung, die Interaktion mit dem Publikum und sogar als Akteur auf der Bühne eingesetzt
wird.
Dabei wurde die Rolle der KI in interaktiven Medien und der digitalen Kunst untersucht, wo sie neue Formen der Nutzerinteraktion und des Storytellings ermöglicht. Dies umfasst die Schaffung immersiver und reaktiver Umgebungen, die auf die Eingaben und Emotionen der Nutzer reagieren.
Der Vortrag diskutierte die ethischen und praktischen Implikationen des Einsatzes von KI im Theater, wobei sowohl die künstlerischen als auch die technischen Perspektiven berücksichtigt wurden. Abschließend wurden die zukünftigen Entwicklungen und Potenziale von KI in der Welt des Theaters erörtert, um einen Einblick in die spannenden Möglichkeiten zu geben, die sich an der Schnittstelle von Technologie und Kunst eröffnen.
Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur I Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern I Pädagogische Hochschule St.Gallen
Zum zweiten Mal fand im Rahmen des Theaterfestival «jungspund» ein Symposium statt. Anlässlich des ersten Symposiums (2022) hatte sich gezeigt, dass die schweizerische Mehrsprachigkeit für das Theater für junges Publikum eine spezifische Herausforderung bedeutet – damit wollten wir uns in unserem zweiten Symposium eingehender beschäftigen. Dabei ging es nicht allein um die schweizerische Viersprachigkeit, sondern um die weit umfassendere Vielsprachigkeit eines Landes, in dem kulturelle und sprachliche Diversität Realität ist – eine Realität, die besonders intensiv in den Schulen gelebt wird. Wie geht das Theater für junges Publikum mit dieser Realität um? Wie thematisiert es sie? Wie agiert es vor einem mehrsprachigen Publikum? Wie kann ein Stück in verschiedenen Sprachregionen gespielt werden?
Das Symposium brachte Theaterpraktiker:innen, Theoretiker:innen und Publikum ins Gespräch über die spezifischen Bedingungen von Vielsprachigkeit im Kinder- und Jugendtheater. In zwei Ideenwerkstätten wurden einerseits institutionelle, andererseits bühnenästhetische Fragen erörtert. Erweitert wurde die Thematik durch einen vergleichenden Blick auf Luxembourg, das eine lebendige mehrsprachige Theaterszene für junges Publikum aufweist.
Das Symposium wurde veranstaltet durch die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern (ITW), der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) und dem Theaterfestival «jungspund».
Am Vormittag fand das Symposium im Raum für Literatur (Hauptpost St.Gallen, beim Bahnhof) statt, am Nachmittag in der Lokremise. Am Abend gab es die Möglichkeit zum gemeinsamen Besuch der Vorstellung von SEI KEIN MANN in der Lokremise.
ERÖFFNUNG
Andreas Härter
Beate Hochholdinger-Reiterer
Björn Reifler
IMPULSREFERAT: SPRACHE PAS DE PROBLEMA?
Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen der Mehrsprachigkeit in der darstellenden Kunst für ein junges Publikum.
Laura Graser
PAUSE
IDEENWERKSTATT I: EIN LAND – VIELE SPRACHEN: AUSBILDUNG, FÖRDERUNG, THEATERREALITÄT
Larissa Bizer
Kerim El-Mokdad
Maike Lex
Anne-Lise Prudat
Moderation Björn Reifler
MITTAGSPAUSE
IDEENWERKSTATT II: AUF DER BÜHNE – VOR DER BÜHNE: DAS THEATER MIT DER VIELSPRACHIGKEIT
Christina Galbiati
Sophie Gardaz
Kapinga Grab
Charlotte Huldi
Tabea Martin
Moderation Andreas Härter
PAUSE
PANORAMA
Petra Fischer
Laura Graser
Gabi Mojzes
Moderation Beate Hochholdinger-Reiterer
ABSCHLUSS
Andreas Härter
Beate Hochholdinger-Reiterer
Björn Reifler
VORSTELLUNGSBESUCH: SEI KEIN MANN
Kollektiv F
Jeden Tag muss das Wetter geweckt und für seine Show vorbereitet werden, so wie es der Wetterbericht vorsieht. Der Wetterwart hat alle Hände voll zu tun: die Sonne ist aufgeregt und will spielen, fünf Wolken müssen gleichzeitig an den Himmel, der Himmel will nicht mehr im Hintergrund sein, und der Regen? Der versteckt sich.
Mit Alltagsgegenständen von Gymnastikball über Kühlschrank, Leitern, Föhn und Dampf zaubert der Schauspieler Moritz Alfons, auch Mitglied der Mundartband Kummerbuben, fantastische Wetterkapriolen. Zu guter Letzt fragt man sich ernsthaft: Was ist eigentlich zuerst? Das Wetter oder der Wetterbericht?
Wenn sie nur nicht schon wieder als letzte gewählt worden wäre, heute Morgen in der Turnstunde. Dann hätte sie nie gesagt, dass sie heute vom Dreimeter springt. Aber nun schleicht sie heimlich zu Hause ab. Fährt zum ersten Mal im Leben allein mit dem städtischen Bus, schmuggelt sich durch ein Loch im Zaun ins Schwimmbad. Sieht, wie die Mitschüler:innen eintrudeln, und klettert nach oben…
Eine Tänzerin, zwölf Wasserkanister, eine Messlatte, Badetücher, dazu Geräusche, Töne, Stimmen von Kindern: Ausdrucksstark erzählt das Tanztheater SPRING DOCH vom Allein-Sein und von einem entscheidenden Mutausbruch. Davon, wie man wagt, sich zu behaupten.
Schlappohren und eine Stimme wie ein Esel, zudem unausstehlich und hässlich wie ein altes Krokodil, einfach ein entsetzliches Kind – das ist Griselda! Leben hingegen tut sie ohne Zweifel und Ängste und ist mit so viel Kraft und einem Selbstbewusstsein ausgestattet, dass sich sogar das «schlimmste Gruselfies» von ihr zähmen lässt. Und doch wünschen sich ihre Eltern eine Tochter wie Vanillje, sanft und höflich, mit reichlich guten Manieren.
GREULICHE GRISELDA ist eine witzig-philosophische Geschichte ohne moralischen Zeigfinger über wilde Mädchen, besorgte Eltern und Gruselfiese unter Betten, frei nach Edna Mitchell Preston. Gina Durler inszeniert das Ensemble und in der Rolle der Griselda die erste Puppe am Vorstadttheater Basel: Ein starkes Mädchen, das greulich ist und bleiben will und darf.
Lena muss dringend zu einer Fee! Das mit ihren Eltern, das geht so nicht weiter. Die Fee Franziska Fragezeichen kann zum Glück helfen. Lena erhält zwei verzauberte Zuckerwürfel, die sie Mama und Papa zuhause in den Tee schmuggelt. Von nun an, wenn ihre Eltern Ärger machen, passiert ihnen etwas ganz Ungeheuerliches…
Mit Mikrofonen, Stimmen und allerlei Zaubermitteln wird Michael Endes freche Kindergeschichte Lenchens Geheimnis als quietschblubberndes Live-Hörspiel aufgeführt und regt an zu spannenden Diskussionen über geheime Wünsche von grossen und kleinen Menschen.
Stereo, so machen Rico und Robi Musik, fahren Velo, tauchen auf dem Pausenplatz auf. Sie faszinieren, haben in der Schule Probleme und ziehen Zoff geradezu magisch an. Doch dann kommt es zu einer Bewährungsprobe für das Duo. Erst nach einem grossen Streit kann eine ehrliche Freundschaft beginnen. Mit Hilfe der Musik erfinden sich die Beiden neu.
Laut, trashig, fantasievoll tauchen die Schauspieler und Musiker Gustavo Nanez und Dominik Blumer in ihrem selbstentwickelten Stück mal in die Rollen der jungen Aussenseiter, mal in deren fürsorgliche Väter ein und rütteln dabei kräftig an den Fassaden gängiger «Männlichkeitsbilder». Eine empowernde Geschichte für alle, mit hitverdächtigen Songs.
Der neunjährige Anand aus Bangladesch will weltbester Zauberer werden. Dafür muss zuerst jemand den Bauch seiner Mama mieten – dann könnte er zur Schule gehen, anstatt in einer Fabrik Plüschtiere zu nähen. Also schreibt Anand einen Brief an Gott, versteckt ihn im Bauch eines schielenden Plüschlöwen und schickt den Löwen los. Kinder in verschiedensten geografischen und sozialen Lebensumständen unterstützen den Löwen auf seiner Reise.
LÖWENHERZEN, geschrieben von der georgisch-deutschen Autorin Nino Haratischwili, wird mit allen Mitteln des Figuren- und Objekttheaters als hochaktuelles, weltumspannendes Theaterabenteuer inszeniert.
Gelsomina ist lustig, clever und mag keine Regeln. Ihr Freund denkt, er wisse, wie die Theaterwelt funktioniert. Diese Vorstellungen stellt Gelsomina aber gehörig auf den Kopf. Gemeinsam mit fünf merkwürdigen Figuren entdecken die beiden, dass die Bühne viel mehr ist als ein schwarzes Loch mit Vorhängen.
Der Schweizer Choreograph, Theaterregisseur, Bühnenbildner und Performer Martin Zimmermann zaubert in einem Universum von waghalsiger Akrobatik, Tanz und Clownerie eine bildstarke Show, die mal verträumt, mal wild und tollkühn, immer aber verblüffend und unterhaltsam ist. Dabei streift er grosse menschliche Themen wie Zugehörigkeit und Autorität, Abhängigkeit und Freiheit, Freundschaft und Erdfindergeist.
Wut kann zu Hass werden und zerstörerisch wirken. Aber Wut gibt uns auch Energie, Ungerechtes zu verändern. Gemeinsam mit dem Publikum gehen die vier Performer:innen dem explosiven Urgefühl nach, das oft zu Unrecht einen schlechten Ruf geniesst.
Die Teilnehmer:innen tragen Kopfhörer und sind Teil der Installation. Sie hören dokumentarische Interviews und fiktive Geschichten und werden in einem Raum mit Live-Musik und Videoanimationen zu spielerischen interaktiven Momenten angeleitet. Im Rahmen der Recherche wurden Interviews geführt mit Kindern von 11 bis 15 Jahren, mit straffälligen Jugendlichen, mit einer Psychoanalytikerin, einer kleinwüchsigen Person, einer Ex-Boxerin und Feministin, einer Umweltaktivistin, mit einem Ex-Häftling und dem HORA Labor u.a.
Werbung, Sport, Soziale Medien, Musik und Film geben allgemeingültige Versionen von Männlichkeit vor. SEI KEIN MANN hinterfragt diese Bilder und plädiert für Männlichkeiten, in denen Männer mehr kooperieren als konkurrieren, mehr tanzen als kämpfen, mehr weinen und lachen, Gefühle ausdrücken und einander zuhören, wirklich zuhören.
Auf der Bühne stehen drei Tänzer. Ausgehend von eigenen Erinnerungen und Erfahrungen bringen sie Bilder von Männlichkeiten formal und inhaltlich in Bewegung. Unterstützt und angetrieben werden sie von einer Live-Musikerin, die sie mit einem weiblichen Blick auf die Thematik konfrontiert.
Der 15-jährige Christopher nimmt die Welt mit ganz eigenen Augen wahr. Er braucht Ordnung und Rituale, um nicht in Panik zu geraten. Doch als der Nachbarshund mit einer Mistgabel im Bauch gefunden wird, stürzt sich Christopher in die Mordermittlungen und verlässt dabei mutig seine begrenzte kleine Welt.
Simon Stephens hat den Kultroman von Mark Haddon in ein hochemotionales Theaterstück übertragen. Regie für das sechsköpfige Schauspielteam führt Jonas Knecht. Live-Musik des St.Gallers Marcel Gschwend aka Bit-Tuner sowie Video sind wesentliche Bestandteile der Inszenierung, die als Partnerproduktion von Konzert und Theater St.Gallen und dem Theaterfestival «jungspund» entsteht.
Benni ist gerade mal 15, lernt den 25jährigen Rocker und Musiker Fögi kennen und ist hin und weg. Fögi lässt sich zuerst auf Benni ein, stösst ihn dann aber weg. Umso bedingungsloser klammert sich Benni an den exzentrischen Fögi. Der gesellschaftliche Druck auf ein queeres Paar wie Fögi und Benni trägt wesentlich dazu bei, dass die Liebe zwischen beiden kaputtgeht.
Martin Franks Roman «Ter Fögi ische Souhung» wurde 1996 verfilmt, mit dem Schweizer Filmpreis geehrt und dann vergessen. In direkter, harter und poetischer Sprache erzählt sie von einer queeren selbstzerstörerischen Liebe: ein aktuelles Plädoyer für Offenheit, zum ersten Mal auf die Bühne gebracht vom Schauspieler und Tänzer Max Gnant.