Preisverleihung der Jugendjury

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Preisverleihung der jungspund-Jugendjury

Samstag, 07.03.2026 um 18:00 Uhr in der Lokremise St.Gallen

Das jungspund – Theaterfestival für junges Publikum St.Gallen hat zum ersten Mal eine Jugendjury zum Festival eingeladen.

Hier stellen sie sich kurz vor (von links nach rechts):

 
 
 
 
 
 

Carmen Caseli begeistert sich von klein auf für das Theater und möchte im Rahmen der Juryarbeit mehr über die Schauspielerei lernen. Sie freut sich schon auf die Preisverleihung, bei der die Jury die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren kann. 

Lionel Falkenbach hat das Theater schon aus mehreren Perspektiven gesehen, aber noch nie aus Jurysicht. Er freut sich daher besonders auf die Diskussion mit den anderen Juror:innen und ist gespannt auf die verschiedenen Ansätze der eingeladenen Theatergruppen.

Lila Bissinger findet das Theater im Allgemeinen faszinierend und freut sich ihre Kenntnisse und Erfahrungen durch die Juryarbeit weiter zu vertiefen. Sie findet es toll, aktiv beim jungspund dabei zu sein und freut sich auf die Stücke und die Zusammenarbeit in diesem «tollen Team». 

Yael von Wartburg findet Theater inspirierend und freut sich auf die verschiedenen Stücke und die gemeinsamen Diskussionen mit den anderen Juror:innen.

In einem Zeitungsartikel und in einem Radiobeitrag geben die vier einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Hört gerne mal rein (ab Minute 5:46).

Die vier Juror:innen schauten und diskutierten gemeinsam alle Stücke. Sie erarbeiteten ein Verständnis für ästhetische Kriterien, künstlerische Prozesse und Wahrnehmungsweisen. Bei der Preisvergabe des jungspund-Preises teilte die Jury ihre Entscheidung mit und verlieh feierlich mehrere Auszeichnungen in den Kategorien Originalität, Zusammenspiel, Szenografie und einer Zusatzkategorie für die beste Umsetzung in Bezug auf Relevanz und Aktualität. Die Jugendjury wurde geleitet und begleitet von der Theaterpädagogin Lena Böllinger.

Hier könnt ihr die Laudatio für die jeweilige Entscheidung nachlesen:

Laudatio für «Actapalabra» – Gewinner des jungspund-Preises in der Kategorie Originalität

Geschrieben und vorgetragen von Lionel Falkenbach

Bei der Kategorie Originalität ging es uns um Dinge wie neue Ansätze, Überraschungen und Herausforderungen. Ein Stück hat uns auf dieser Ebene schnell überzeugt. Bitte einen kräftigen Applaus für… «Actapalabra»!

Von den mehrschichtigen Kostümen, über die Art der Bewegung, bis hin zu Leiterturm und den Früchten, die von der Decke gelassen wurden – alles am Stück war wirklich einzigartig und hat gut harmoniert.

«Actapalabra» regt zudem viel zum Nachdenken und Interpretieren an. So haben wir Themen gesehen wie: sich Nähe trauen, ein Ziel verfolgen, Zwänge ablegen und locker werden. Durch das ganze Stück zog sich auch noch ein spannender Kontrast zwischen Ordnung und Chaos.

All das wurde sehr kreativ in Bewegung, Licht, Musik und Bühnenbild ausgedrückt. Deshalb: Gratulation an alle, die an diesem gelungenen Stück mitgewirkt haben.

 

Laudatio für «Gugus!» – Gewinner des jungspund-Preises in der Kategorie Zusammenspiel

Geschrieben und vorgetragen von Yael von Wartburg

Das originellste aller Stücke haben wir mittlerweile geehrt. Jetzt geht’s zum Preis für das beste Zusammenspiel. Das Stück, das in dieser Kategorie den ganzen Applaus einsackt, ist – wie viele andere – eines, das sich ins Gedächtnis einbrennt und einfach nicht mehr wegzukriegen ist. Die beiden Schauspieler vertrauten sich nicht nur vollkommen, sondern ergänzten sich auch in ihren Bewegungen, als ob sie sich schon ewig kennen. Das Stück war abwechslungsreich, interessant und mit sehr viel Humor gestaltet. Ausserdem haben die Darsteller mit dem Publikum interagiert und mit Bonbons um sich geschmissen. Nicht zu vergessen sind auch die akrobatischen Leistungen, die die beiden vorgeführt haben. Mit vielen, aber einfachen Requisiten haben sie das Theater kreativ ausgebaut. Das Publikum war ausserdem begeistert. Genauso wie wir. Uns hat das Stück fasziniert und inspiriert, und auch wenn es das erste Schauspiel war, das wir gesehen haben, hat es uns bis zum Schluss nicht losgelassen. Einen herzlichen Applaus für «Gugus!»

 

Laudatio für «Ronja Räubertochter» – Gewinner des jungspund-Preises in der Kategorie Szenografie

Geschrieben und vorgetragen von Lila Bissinger

Und nun kommen wir zum Preisträger für die Kategorie «Szenografie». Ich mache da jetzt kein grosses Geheimnis draus… Das Gewinner-Stück ist «Ronja Räubertochter»! Einen herzlichen Applaus für diese wunderschöne Inszenierung! Wir, die heiss gefürchtete Jugendjury, sind aus dem FigurenTheater rausgegangen und waren sehr fasziniert. Ich glaube, ich sogar am meisten. «Ronja Räubertochter» ist schon immer eines meiner Lieblingsbücher gewesen. Und diese humorvolle, rührende, zeitlose Geschichte der Tochter des Räuberhauptmanns haben diese beiden Männer wunderschön rübergebracht. Aber wieso jetzt den Preis für Szenografie? In dieser Kategorie haben wir uns Bühnenbild, Requisiten und alles rundherum angeschaut. Und in diesem Stück wurden Vielfältigkeit und Wandelbarkeit durch einfachste Dinge toll zum Ausdruck gebracht. Auf der Bühne standen eigentlich nur ein paar Boxen und so Pappgerüste. Und durch ein paar Handgriffe entstanden neue Welten. Durch Decken-Drüberlegen und Verschieben der Boxen konnte man von der Mattisburg bis zur Bärenhöhle übergehen. Und aus den Boxen kamen immer mehr Schätze raus. Und die Puppen dürfen nicht vergessen werden! Die Puppen hatten so nette Kostümchen und ihr habt nur zu zweit soo viele Puppen gespielt, mit ganz tollen Stimmen! Und selbst habt ihr auch mitgespielt! Mit Überzeugung und Witz! Am besten waren die Puppen von Ronja, Birk und Glatzen-Per. Wie viel ich hier noch reden könnte! Aber auch insgesamt war es ein Stück, das man so schnell nicht vergisst. Vielen Dank für diese tolle Vorstellung!

 

Laudatio für «Versteckt» – Gewinner des jungspund-Preises in der Kategorie Beste Umsetzung in Bezug auf Aktualität und Relevanz

Geschrieben und vorgetragen von Carmen Caseli

Liebes Publikum, während wir uns tiefgründige Gedanken über die drei Kategorien gemacht haben, sind uns Stücke ins Auge gefallen, die nicht nur in die Kategorien Szenografie, Zusammenspiel oder Originalität passten – und trotzdem ihren Charme hatten. Für diese Stücke mussten wir kreativ werden und haben noch eine weitere Kategorie überlegt. In dieser geht es um die beste Umsetzung in Bezug auf Aktualität und Relevanz. Nach einer langen, zweiseitigen Diskussion haben wir uns entschieden. Herzlichen Glückwunsch für das Team von «Versteckt». Im Stück ging es um Rassismus und Ablehnung. Uns hat das Stück überzeugt, weil es politisch sehr relevant ist, das Thema lokal ist und ohne Sarkasmus oder Unglaubwürdigkeit rübergebracht wurde. Die Geschichte war erfunden, aber gleichzeitig auch wahr. Herr Herbster war der Nachbar, der dort aufgewachsen ist und wir fanden, dass er nicht unbedingt als Bösewicht oder als schlechte Person dargestellt wurde. Der wichtigste Punkt zum Schluss war wohl, dass man in diesem Stück sehr viele Interpretationsfreiheiten hatte.

 

 

Lobende Erwähnung für:

«Für immer weg»

Uns hat das Bühnenbild, mit den verschiebbaren Wänden, durch die sich das Publikum bewegte, sehr beeindruckt. (Carmen Caseli)

«Wolf trifft Nager»

Wir waren grosse Fans davon, dass mal die andere Seite von Märchen beleuchtet wurde. (Lionel Falkenbach)

«Heidi»

Euer Bühnenbild war sehr spannend und eure ganze Dynamik untereinander war so schön! (Lila Bissinger)

«Bestiarium»

Auf der Bühne stand nur eine Kiste, aber in ihr war eine sehr bewegliche Spielerin und es öffneten sich viele Klappen und Törchen, aus denen immer neue Überraschungen hervorlugten. Ein tolles Bühnenarrangement! (Carmen Caseli)

«Gossips»

Ein wunderbares Stück, das die Schauspieler super rübergebracht haben – und mein absolutes Lieblingsstück! (Yael von Wartburg)

«Prinz*in»

Das rührendste Stück ever, das einen einfach nicht mehr loslässt. (Yael von Wartburg)

«Giant Steps»

Liebes Team von «Giant Steps», ihr habt uns sehr mit eurer Kooperation und euren Choreografien beeindruckt und eure Schlussmessage ist mir noch lange im Kopf geblieben. (Lionel Falkenbach)