Programm

Vom 17. – 26. Februar 2022 findet in der Lokremise und im FigurenTheater St.Gallen die dritte Ausgabe von «jungspund – Theaterfestival für junges Publikum» statt. Zu erleben sind 13 Aufführungen, geprägt von Aktualität und künstlerischer Vielfalt. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien und Schulen.

Eröffnet wird das Festival mit der Premiere von «Es Kamel im Zirkus» der St.Galler Gruppe «Cirque de loin». Die Fabel vom Kamel im Zirkus entstand aus einem Lied, das Michael Finger für seinen Sohn schrieb. Wir können uns auf einen etwas trashigen, wilden, aber auch sehr poetischen Start ins Festival freuen. «Das grosse Fragen» der jungen Zürcher Gruppe «goldtiger» ist ein aufregend philosophisches Stück, eine multimediale Performance mit analogen Geräten. Da wehen Folien und Stoffe im Wind und Gummibärchen lümmeln auf Projektoren.

Wer es gerne etwas gruselig mag, kommt bei «Yark» von Dani Mangisch voll auf seine Kosten. Mit seinem virtuosen Spiel lässt er die Monsterwelt von Yark auferstehen und haucht den Puppen und Objekten Leben ein.

Die Cie. Tabea Martin aus Basel untersucht in ihrer neuesten Arbeit «Geh nicht in den Wald, im Wald ist der Wald» gemeinsam mit vier professionellen Tänzer:innen die Macht der Vorurteile und Ängste, die durch das Neue und Ungewohnte hervorgerufen werden. Im Vorfeld haben sie sich mit einer St.Galler Schulklasse darüber ausgetauscht, warum es gerade für Kinder so schwierig ist, über Ausgrenzung zu sprechen.

«Wenn ich gross bin, werde ich dann eine Frau oder ein Mann?» Sehr spielerisch und bildstark stellt Theater Blau aus Zürich und Theater Jungfrau & Co. aus Bern in ihrer gemeinsamen Arbeit «Ich heisse NAME» Fragen nach der eigenen Identität und den Rollen der Geschlechter. «Toto, Laura & die Stadtmusikant:innen» von Theater Kolypan ist ein kunterbunter Mix von Totos und Lauras Strassenmusik und Leitmotiv einer humorvollen Geschichte über Esel, Hund, Katze und Hahn auf Wanderschaft.

Das Zürcher Kollektiv «Reich und Schön» beschäftigt sich in ihren Stücken mit Herkunft und Heimat. So auch in «Wo dis Huus wohnt». Die beiden Schauspielerinnen spielen Versionen ihres und unser aller Leben durch, bis sie selbst nicht mehr wissen, wie sie heissen und wo das Ganze eigentlich angefangen hat. Denn wenn man es sich genau überlegt, dann ist die Sache mit der Herkunft ganz schön unlogisch.

Für unsere jugendlichen Zuschauer:innen zeigt das FigurenTheater St.Gallen «Romeo und Julia» in Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» Berlin in einer überraschenden, tragikomischen Fassung mit Figuren, Video und Live-Musik. Mit «Die Mitte der Welt» bringt das Theater St.Gallen einen genialen Jugendroman auf die Bühne. Eine berührende Geschichte vom Erwachsenwerden, vom Anderssein und von der ersten Liebe.

Keine Nacherzählungen bekannter Stoffe, sondern «Märchen unserer Zeit» erleben wir mit dem Vorstadttheater Basel. «Die Märchen von Michael Köhlmeier» sind rätselhafte, absurde und manchmal schillernd schöne Geschichten. Live, verstärkt über Kopfhörer, folgt das Publikum auf einem Spaziergang durch die Stadt Matthias Grupp und dem Musiker Florian Grupp.

Mit «Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute» setzt La Grenouille aus Biel ein starkes Zeichen für mehr Zivilcourage und dafür, den Blick vor Unrecht nicht zu verschliessen. «Geschwister sind Geschwister und austauschen kann man sie nicht.» «Gschwüschterti» von Theater Sgaramusch Schaffhausen und Weltalm Theater Bern ist eine Hommage an alle Schwestern und Brüder und veranschaulicht die, nicht immer einfache Beziehung, zwischen Geschwistern.

Zum Abschluss des Festivals treffen sechs junge Frauen auf einen 700 Jahre alten Mythos. Mit «Go Tell» mischt sich die Junge Marie Aarau in die Schweiz und ihre Geschichte ein und arbeitet sich an ihren Klischees ab.

Das «Schaufenster für professionelle Theaterschaffende» ermöglicht weiteren 10 Gruppen, ihre aktuelle Arbeit in einem 10-minütigen Kurzauftritt zu präsentieren.

Das Kollektiv hochhinaus wird wieder mit einer wachsenden Installation aus Brettern und Dachlatten überraschen und setzt mit «Loichtgehoier» einen starken Akzent im Aussenraum. Auch die Konzerte der «JungSpundBänd» sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Festivals.

Das umfangreiche Rahmenprogramm rückt das professionelle Theaterschaffen für junges Publikum verstärkt in den Fokus. In enger Verbindung mit dem Festival veranstaltet die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK) zusammen mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern (ITW) ein dreitägiges und öffentlich zugängiges Symposium und lädt zum Diskurs über aktuelle Themen und Entwicklungen des Kinder- und Jugendtheaters in der deutschsprachigen Schweiz ein. Auch die ASSITEJ Schweiz setzt mit Workshops, der Verleihung des PRIX-Assitej und den Inszenierungseinblicken wichtige Akzente.

Das Festivalzentrum in der Lokremise mit Café und Bar ist täglich geöffnet und lädt zu Begegnungen, Gesprächen, Konzerten und Feiern ein. Kommen Sie vorbei und tauchen Sie ein in die Welt des Theaters für ein junges Publikum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Übersicht aller Produktionen

Rahmenprogramm

Theatervermittlung

Symposium

Fachpublikum